Montag, 12. März 2018

#Elternzeitgeschichten. Unsere Planung, Organisation und Aufteilung der Elternzeit beim ersten und zweiten Kind



#Elternzeitgeschichten. Unsere Planung, Organisation und Aufteilung der Elternzeit beim ersten und zweiten KindDa sich ja hier im Blog alles um die Elternzeit bzw. die Zeit mit kleinen Kindern dreht, bin ich natürlich gerne dabei bei der Blogparade der lieben Birgit, aka Provinzmutti, die gerade Geschichten und Modelle rund umdas Thema Elternzeit sammelt. Die Sammlung möchte sie dann als Denkanstoß an die Politik ans Familienministerium schicken – eine tolle Aktion, an der ich mich natürlich gerne beteilige. In meinen Tipps zum Planen,Beantragen und Aufteilen der Elternzeit, in meinem Blogposts zu unsererRollenverteilung und zu unserem Eltern-Homeoffice kamen das Thema Elternzeit ja bereits mehr oder weniger direkt zur Sprache. In diesem Artikel gibt es jetzt noch einmal einen Überblick über unsere Elternzeit-Aufteilungen, den Unterschied zwischen Planung und Realität und ein Update zum aktuellen Stand.

Unsere Elternzeit bei unserem ersten Kind

Bei unserer Tochter wollte ich ursprünglich ein Jahr Elternzeit nehmen, mein Mann vom 10. bis zum 14. Lebensmonat. Ausschlaggebend für diese Planung waren damals die folgenden Faktoren:

  • Mit Beginn meiner Mutterschutzfrist sind wir umgezogen und mein Mann hat einen neuen Job angefangen. Im Jahr vor der Geburt unserer Tochter hatte ich mehr verdient als mein  Mann, danach würde er durch den Jobwechsel mehr verdienen. Deshalb war es für uns sinnvoll, dass ich länger Elterngeld bezog als mein Mann und dementsprechend auch länger in Elternzeit ging.
  • Da ich stillen wollte, bot es sich für mich an, in den ersten Lebensmonaten meiner Tochter nicht zu arbeiten.
  • Länger als ein Jahr wollte ich dann doch nicht zu Hause bleiben, weil ich meinen Job sehr mag und ich Angst hatte, dass mir so den ganzen Tag zu Hause die Decke auf den Kopf fallen würde. (So kam es dann auch, allerdings aus etwas anderen Gründen, als zuvor gedacht. Mit meinem High Need Baby war ich ziemlich überfordert, einsam und unglücklich, aber das ist eine andere Geschichte…)
  • Den ganzen Tag Kita konnten wir uns für unsere Tochter nicht vorstellen - also nach einem Jahr Wiedereinstieg in Teilzeit für mich.
  • Vorher wollten wir die Möglichkeit der gemeinsamenElternzeitmonate für einen längeren Familienurlaub nutzen.

#Elternzeitgeschichten. Unsere Planung, Organisation und Aufteilung der Elternzeit beim ersten und zweiten Kind
So kam es dann auch, allerdings etwas anders als zunächst gedacht: Bedingt durch unseren Umzug  in eine andere Stadt kurz vor der Geburt hatte ich im Anschluss an die Elternzeit noch keine neue Festanstellung. Deshalb war es für mich sinnvoll, die Elternzeit zu verlängern und zunächst in Teilzeit während der Elternzeit auf einer befristeten Stelle bei einem anderen Arbeitgeber zu arbeiten.
Da die Möglichkeit der Teilzeit in Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber (zumindest damals) nicht sehr verbreitet war, war das die Organisation leider mit sehr viel Papierkram und Herumtelefoniererei verbunden, aber für mich hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt. So konnte ich hier in Frankfurt arbeiten und mir gleichzeitig die Möglichkeit erhalten, nach Ende der Elternzeit zu meiner alten Festanstellung zurückzukehren.

Als meine Tochter zwei Jahre alt war, fand ich eine neue Festanstellung in der Nähe von Frankfurt, wo ich dann in normaler Teilzeit, also ohne Elternzeit, arbeitete - zu dem Zeitpunkt war ich aber schon schwanger mit dem Kleinen… Und schon ging es wieder los mit der Elternzeit-Planung 😉.

Unsere Elternzeit bei unserem zweiten Kind

Beim zweiten Kind wollten wir es wieder ähnlich machen, wie beim ersten Kind: Ich wollte für ein Jahr in Elternzeit gehen und danach wieder (in Teilzeit) arbeiten, mein Mann wieder zwei Monate Elternzeit zum Ende des ersten Lebensjahres nehmen. Deshalb kam für uns zum Zeitpunkt der Beantragung das Elterngeld Plus nicht in Frage. Während der Elternzeit stellte sich dann aber heraus, dass wir uns mit zwei kleinen Kindern im Moment nicht vorstellen können, wieder beide zu arbeiten. Deshalb haben wir uns entschieden, meine Elternzeit noch einmal um ein paar Monate zu verlängern. Ausschlaggebend waren dabei die folgenden Gründe:

  • Wir hätten / haben zwar Betreuungsplätze bzw. Betreuungsplatzangebote für beide Kinder, können uns aber (im Moment) nicht vorstellen, diese wirklich ganztags in Anspruch zu nehmen.
  • Da wir beide gerne in unseren jeweiligen Berufen Vollgas geben und wir keine Großeltern o.Ä. zur Unterstützung vor Ort haben, hatten wir die Befürchtung, vor allen in Krankheitszeiten (die leider diesen Winterziemlich lang ausfielen) entweder unsere Kinder oder unsere beruflichen Verpflichtungen zu vernachlässigen.
  • Eine andere Möglichkeit der Entlastung (und der etwas faireren Aufteilung der Carearbeit) wäre natürlich, dass mein Mann seine Stunden reduziert und wir so beide in Teilzeit arbeiten. Blöderweise würde mein Mann allerdings dadurch nicht nur deutlich weniger verdienen, sondern auch die Möglichkeit zum Homeoffice verlieren. Und obwohl das mit dem Homeoffice mitzwei kleinen Kindern natürlich auch nicht immer einfach ist, möchten wir diese Möglichkeit doch nicht missen…
  • Beim ersten Kind fiel mir aus verschiedenen Gründen nachdem Jahr zu Hause (ehrlich gesagt auch schon währenddessen…) die Decke auf denKopf. Deshalb hatte ich es eilig, wieder zu arbeiten und mich neu zu bewerben, um schnell wieder eine Festanstellung zu finden. Da ich die ja jetzt beim zweiten Kind habe und außerdem weiß, wie schnell die Kleinkindzeit vorbeigeht, kann ich sie viel mehr genießen – auch wenn ich wohl niemals die begeisterte Super-Hausfrau werde… 😉.
  • Da mein Kleiner zum Glück ein relativ freundliches und pflegeleichtes Kerlchen ist, konnte ich die bisherige Elternzeit zur Weiterqualifizierung nutzen und möchte das gerne noch ein bisschen weiter machen.
  • Durch meine freiberuflichen Tätigkeiten und unsere Ersparnisse haben wir ein kleines finanzielles Polster, das ist aber (zumindest bei den derzeitigen Frankfurter Mietpreisen…) natürlich keine Dauerlösung.

#Elternzeitgeschichten. Unsere Planung, Organisation und Aufteilung der Elternzeit beim ersten und zweiten Kind Fazit

Insgesamt bin ich sehr dankbar für die intensive gemeinsame Zeit mit den Kindern, die mir und uns durch die Elternzeit ermöglicht wurde. Besonders praktisch waren in unserem Fall die Möglichkeit zur Verlängerung der Elternzeit, zur Teilzeit in Elternzeit (bei einem anderen Arbeitgeber) und die gemeinsamen Elternzeit- (und Elterngeld-😉)-Monate.


Wie ist bzw. war das bei euch mit der Elternzeit? Wie lange habt ihr Elternzeit genommen, und (wie) habt ihr diese zwischen den Elternteilen aufgeteilt? Mich würden eure Erfahrungen interessieren und freue mich deshalb über eure Kommentare und Nachrichten!
 

Gefällt dir dieser Beitrag? Vielleicht magst du ja auch noch ein bisschen hier bei Meine Eltern-Zeit stöbern, z.B. im Archiv oder bei meinen anderen Beiträgen zum Thema Leben mit kleinen Kindern.
Außerdem freue ich mich natürlich riesig über Kommentare, Likes oder das Teilen auf Pinterest, Facebook, Instagram oder Twitter 😊.

Kommentare:

  1. Bei uns ist das so:
    Ich bin 10 Wochen nach der Geburt unseres Sohnes wieder arbeiten gegangen. Mein Mann macht die Elternzeit. Unser Sohn ( 7 Monate) wird voll gestillt. Ich arbeite von 7-15 uhr

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hast du einen tipp wie du das mut dem stillen machst während der Arbeit?

      Löschen
    2. Das klingt nach einer spannenden #Elternzeitgeschichte! Ich kenne leider viel zu wenig Familien, bei denen der Vater länger Elternzeit nimmt - teilweise wegen Druck bei der Arbeit, teilweise aus finanziellen Gründen, oder vielleicht auch aus Angst, gegen die "Norm" zu verstoßen... Dabei ist das so eine tolle Möglichkeit. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass auch wir irgendwann eine "gleichberechtigtere" Lösung für unsere Familie finden.
      Liebe Grüße,
      Anne

      Löschen
    3. Also für uns ist es in Ordnung, ich werde leider oft als Rabenmutter bezeichnet. Und mir wird oft unterstellt das ich das Kind nicht genug liebe. Was natürlich nicht stimmt.

      Löschen
  2. Ich habe eine elektrische Milchpumpe und Pumpe ab. Es stehen einem ja Stillpausen zu und die nutze ich zum abpumpen.

    AntwortenLöschen

Hinterlasse gerne einen Kommentar und teile deine Geschichten, Ideen und Erfahrungen.
Mit dem Abschicken deines Kommentars (geht übrigens natürlich auch anonym) akzeptierst du die Datenschutzbedingungen und erklärst dich damit einverstanden, dass deine Daten entsprechend der Datenschutzbestimmungen der DSGVO gespeichert und weiterverarbeitet werden (z.B. bei Verlosungen).