Samstag, 20. Januar 2018

Von anfänglicher Skepsis, Cluster-Feeding und Mamaglück: Meine Still-Erfahrungen



Ich bin ja wirklich gerne Mama. Aber gerade am Anfang habe ich mit meiner neuen Rolle als Mama ganz schön schwer getan. Eigentlich war so ziemlich alles am Mama-Sein deutlich schwieriger, als ich es mir vorgestellt hatte – alles, bis auf das Stillen. Vor allem in unserer High-Need-Baby-Zeit war das Stillen über weite Strecken einer der wenigen Lichtblicke, Rettungsanker und Beruhigungsmechanismen. Und auch mein insgesamt deutlich entspannteres zweites Kind habe ich sehr gerne gestillt. Da diese schöne Zeit nun leider auch langsam zu Ende geht, soll es in diesem Artikel um unsere Still-Geschichte gehen: Die kleinen und größeren Probleme, die vielen schönen Seiten - und warum das mit dem Stillen gaaanz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte...

„Das klappt bestimmt nicht“ - Der Anfang unsere Stillbeziehung

Obwohl ich wie gesagt bei meinem ersten Baby im Vorfeld sehr skeptisch war, ob das mit dem Stillen klappen würde, legte ich sie nach der Geburt gleich noch im Kreißsaal an, und das klappte tatsächlich erstaunlich gut. Schon in den ersten Tagen schrie mein Baby ziemlich viel, an der Brust dagegen konnte sie sich gut beruhigen und entspannen.

So weit, so gut - nur leider hatte ich nicht mit dem Milcheinschuss gerechnet... Zusammen mit Hormonschwankungen und Überforderung ein tränenreicher Mix. Die einschlägigen Tipps (vor dem Stillen wärmen, danach kühlen, z.B. mit Quarkauflagen oder Weißkohlblättern) halfen zum Glück ganz gut – was mich aber letztendlich gerettet hat, war das Abpumpen. Hatte ich in vorkindlicher Naivität noch behauptet, dass ich das ja garantiert NIEMALS machen würde, saß ich nun also pumpenderweise und mit Tränen der Erleichterung mit meiner eilends bestellten Milchpumpe* auf dem Sofa..

Und obwohl ich beim zweiten Kind deutlich weniger naiv und auf das Schlimmste eingestellt war, wurde ich wieder überrascht: Der Milcheinschuss kam deutlich früher, sodass ich währenddessen noch im Krankenhaus war und mir die Quark- und Weißkohlvorräte im heimischen Kühlschrank wenige nützten..

Zu Hause war das Thema dann schon erledigt - dafür kam dann aber dort der (eigentlich für den Babypopo angeschaffe) Vorrat an Heilwolle* zum Einsatz, da der Kleine schon damals einen seeehr großen Appetit hatte und entsprechend rabiat bei der Nahrungsbeschaffung vorging...

„Es läuft“ – Warum ich immer wieder stillen würde

Zum Glück hat sich das mit der Milchmenge dann bei beiden Kindern relativ schnell eingependelt – einen Milchstau hatte ich nur ein einziges Mal, als meine Tochter etwa ein Jahr alt war. Natürlich ausgerechnet während unserer Elternzeit-Reise in Italien, wo ich auf die Schnelle weder Quark noch Weißkohl griffbereit hatte… Zum Glück gingen die Schwellung und das Fieber aber mit war Duschen vor und Kühlen nach dem Stillen nach einem Tag wieder zurück. Hat mir aber jeden Fall gereicht, um dankbar zu sein dafür, dass es die allermeiste Zeit so gut und schmerzfrei geklappt hat!

Insgesamt war das Stillen für mich also entgegen aller Befürchtungen sehr schön. Auf die vielen allgemein bekannten Vorteile vom Stillen (z.B. in Bezug auf Bindung, Immunschutz und Praktikabilität) möchte ich hier gar nicht groß eingehen, das können sehr viele Experten sicherlich sehr viel besser. Für mich war der größte Vorteil vom Stillen definitiv, dass ich damit meine Babys relativ schnell und zuverlässig beruhigen bzw. zum Schlafen bringen konnte. Das mag bei vielen natürlich auch ohne bzw. anders gehen – gerade mit High-Need-Baby war ich aber wirklich dankbar für jede Beruhigungsmöglichkeit, die ich kriegen konnte.

Der Nachteil liegt natürlich auch auf der Hand: Die große Abhängigkeit von der Mama - auch wieder so ein Ding, von dem ich vorher gesagt hatte, das MIR das ja NIEMALS passieren würde... Verstärkt war das bei uns noch durch die Tatsache, dass das Abpumpen (nachdem der erste Milcheinschuss erstmal überstanden war) nicht mehr wirklich geklappt hat. Da ich ja bei beiden Kindern das ersteLebensjahr in Elternzeit war bzw. bin, fand ich diese Abhängigkeit jetzt nicht gaaaanz so schlimm – wobei natürlich zugegebenermaßen der Gedanke an eine ungestörte Nacht manchmal recht prickelnd wäre…  

Aber das kommt ja vielleicht irgendwann zurück, jetzt, wo das Abstillen nicht mehr weit ist:

„Schon vorbei?“ – Das Abstillen

So unterschiedlich meine beiden Kinder und meine Babyzeit mit ihnen sind, so unterschiedlich gestaltete sich auch das Abstillen: 

Beim ersten Kind

Meine Tochter stillte ich noch im Alter von über einem Jahr recht viel und gerne, und das hätte denke ich von uns beiden aus noch laaange so weitergehen können – wenn sie nicht das Stillen weiterhin oder sogar zunehmend nachts eingefordert hätte.

Als sie dann 1,5 Jahre alt und der erste, harte Kita-Winter voller fieser Infekte halbwegs überstanden war, war ich ausreichend erschöpft, gefrustet und übermüdet, um es dann doch mal wieder mit Milchfläschchen zu probieren. Und siehe da, es klappte- nach einigen Wochen war das Einschlafstillen komplett durch Einschlaffläschchen ersetzt. 

Am ständigen nächtlichen Aufwachen änderte da allerdings leider überhaupt nichts. Erst als wir dann – natürlich trotz langer Vorbereitung und liebevoller Begleitung unter lautstarkem Protest ihrerseits – die nächtlichen Milchrationen strichen, wurde es mit dem Schlafen endlich besser.

Beim zweiten Kind

Während also bei meiner Tochter eindeutig ich unsere Stillbeziehung beendet habe, war es bei meinem Sohn ganz klar er. Und da ich jetzt zwar immer noch übermüdet, aber deutlich weniger gefrustet war, bin ich doch etwas traurig über dieses „frühe“ Ende unserer Stillbeziehung. 

Ich weiß – entweder sind das mal wieder die Hormone, oder mir ist nicht mehr zu helfen. Denn eigentlich lief es alles total nach Plan: Wie seine große Schwester auch, bekam auch mein Sohn mit etwa 6 Monaten das erste Mal Beikost. Obwohl er deutlich später mit dem Zahnen dran ist (er hat jetzt mit 11 Monaten immer noch erst 2 Zähnchen), isst er wirklich sehr gerne und gut. Klar, am liebsten alles, was wir Großen auch essen, aber durchaus auch Brei und Püriertes. 

Und wenn man dann abends so den Bauch voll hat, muss man natürlich auch nicht mehr Einschlafstillen… Und nachts eigentlich auch nicht mehr… Tja, nennt mich naiv, aber ich war im 7. Himmel. Stillen ohne dieses lästige Einschlafstillen, und das „schon“ mit 10 Monaten! In meinem Freudentaumel habe ich natürlich nicht gecheckt, dass sich damit wohl auch schon das Ende unserer Stillbeziehung anbahnte. 

Als er dann vor einigen Wochen plötzlich auch in den frühen Morgenstunden nicht mehr an der Brust trinken wollte, war ich tatsächlich erstmal am Boden zerstört und fing panisch an, ihn trotzdem anzulegen, konsultierte Dr. Google, wühlte meine gute alte Milchpumpe aus den Tiefen des Küchenschrankes hervor… Aber damit kam natürlich schon lange nix mehr raus. Die letzten Tage hat er immer nur morgens einmal kurz getrunken, aber lange wird das wohl auch nicht mehr gehen…

Tja, wie gesagt, eigentlich alles, wie ich es mir immer gewünscht hatte: Ganz ohne Milchstau, Fertigmilchpulver, Fläschchen & Frustration – aber so ein klitzekleines bisschen hätte ich schon noch gerne gestillt…


Wie war / ist das bei euch? Stillt ihr gerne, bzw. habt ihr gerne gestillt, und wie lange? Mit diesem Artikel nehme ich an der Blogparade (Ab-)gestillt teil. Wenn ihr mehr tolle Erfahrungsberichte zu diesem Thema lesen wollt, dann schaut doch einfach mal auf doppelkinder und/oder Lächeln und Winken vorbei.

Nachtrag vom März 2018: Bei der tollen Aktion #Letstalk von Wunschkindwiege und Zwischen Windeln und Wahnsinn gibt es in diesem Monat einen Erfahrungsaustausch rund um das Thema Stillen vs. Flasche - wenn euch das Thema interessiert, lohnt es sich auf jeden Fall, auch dort einmal vorbeizuschauen!


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Hier sind nochmal ein paar Produkte, die ich zum Stillen wirklich hilfreich fand, in der Übersicht:






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Kommentare:

  1. bei mir klappte es bei beiden leider nicht

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    1. Und hast du auch Unterschiede zwischen den Kindern im Trinkverhalten bzw. beim Ende der Fläschchenzeit beobachtet?

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