Montag, 20. November 2017

Mama-Auszeit?! Warum das mit der Entlastung bei uns nicht so einfach ist


Mama-Auszeit: Warum das mit der Entlastung bei uns nicht so einfach ist
In sämtlichen Foren, Blogs und Ratgebern kann man immer wieder lesen, dass gerade junge Eltern auch mal entspannen, etwas für sich tun sollten. Tipps für schöne Unternehmungen von der Girls Night bis zum Entspannungsbad sind auch schnell parat. Aber wie man das genau organisieren soll, wird meist vage gelassen… Das Thema Fremdbetreuung ist ja ohnehin heikel, und dass das mit Großeltern, Freunden oder Babysittern auch nicht immer alles so einfach ist und im Vorfeld und / oder im Nachhinein letztendlich anstrengender ist als vorher… Tja, vielleicht ist das ja nur bei uns so?! Wahrscheinlich stellen wir uns einfach nur an, und ich sollte sie ganz dringend auf meinen Weihnachtswunschzettel setzten, die Mama-Auszeit…

Warum Mama und Papa gerade manchmal Auszeiten benötigen (würden)

Mama-Auszeit: Warum das mit der Entlastung bei uns nicht so einfach ist
Ich weiß, natürlich ist alles Jammern auf hohem Niveau: Unsere Kinder sind (bis auf die üblichen Erkältungs-, Zahnungs uws. Beschwerden) gesund und munter, und es ist ja sowieso alles nur eine Phase, und wir sollten die Zeit mit ihnen genießen, so lange sie noch so klein sind....

Trotzdem ist und bleibt es oft einfach anstrengend: Der Kleine ist mit seinen 9 Monaten sehr aktiv, krabbelt überall hin, zieht sich überall hoch und übt seine ersten Schritte… Und so viele Abenteuer und Eindrücke (von kleinen Unfällen und Zahnungsbeschwerden mal ganz zu schweigen) müssen natürlich verarbeitet werden – am besten bei Mama oder Papa auf dem Arm bzw. im Tragetuch.

Die Große ist gerade in den Kindergarten gekommen, mitten in der Autonomiephase – und dass der kleine Bruder immer aktiver wird, sich Spielzeug nimmt und natürlich auch viel Aufmerksamkeit einfordert, muss natürlich auch erstmal verarbeitet werden…  Heißt also häufige Wutanfälle, und sie bleibt keinen, also wirklich keinen einzigen Moment alleine in einem Zimmer. (Bitte nicht falsch verstehen, es geht hier nicht darum, dass ich sie alleine in ein Kellerverließ sperren möchte, um meine Ruhe zu haben, sondern nur um den kurzen Gang ins Nebenzimmer, um etwas zu holen, oder den gelegentlichen Gang zur Toilette… 😉).
 
Bedeutet also, dass beide Kinder 24 (bzw. die Große nur 21 Stunden an Wochentagen wegen Kindergarten) an uns kleben. Die allermeiste Zeit finde ich das schön oder zumindest okay… Nur ab und zu hätte ich dann doch mal gerne eine kleine Auszeit. 

Und es gibt ja eigentlich genug Möglichkeiten, als Eltern mal eine kurze Baby- oder Kleinkind-Auszeit zu bekommen: Die Elternteile können sich untereinander abwechseln, man kann Freunde oder Verwandte zum Babysitten engagieren, das Kind in die Kita oder zur Tagesmutter bringen, und oder einen Babysitter rekrutieren… 

Das blöde daran ist nur, dass sich solche Auszeiten im Moment bei uns immer rächen, weil es bei jedem kleinen Abweichen von der gewohnten Routine vorher und / oder nachher eigentlich immer deutlich anstrengender ist, als vorher:

1. Betreuung durch den anderen Elternteil

Klar, die einfachste Möglichkeit, sich mal einen Moment Kinder-frei zu gönnen ist meist, die lieben Kleinen beim anderen Elternteil unterzubringen. Blöd ist nur, wenn es mit beiden Kindern alleine so anstrengend ist, dass der jeweils andere Elternteil danach doppeltes Auszeit-Bedürfnis hat… Mal abgesehen davon, dass es für den jeweils die Kinder betreuenden Elternteil natürlich schwierig ist, den Bedürfnissen beider Kinder gerecht zu werden – und dementsprechend die Kinder ihren Aufmerksamkeitstank erstmal wieder auffüllen müssen, wenn sie wieder die Gelegenheit dazu haben…

2. Betreuung durch Großeltern / Verwandte


Mama-Auszeit: Warum das mit der Entlastung bei uns nicht so einfach ist
Da bei uns leider sämtliche Großeltern und Verwandte, die uns bei der Kinderbetreuung unterstützen könnten, weiter weg wohnen, ist es für uns immer ziemlich stressig, dorthin zu kommen, zumal unsere Kinder ja nichtdie begeisterten Autofahrer sind. Und auch wenn die potentiellen Kinderbetreuer zu uns kommen, müssen sich die Kinder erstmal wieder an sie gewöhnen… und wenn sie wieder weg sind, bricht meist sowieso das heulende Elend los, was den irgendeinen möglicherweise zwischenzeitlich eingetretenen Entspannungseffekt schnell wieder zunichte macht.

3. Betreuung durch Nachbarn / Freunde

Wir haben das Glück, dass wir durch Spielplatzbesuchemit vielen Familien mit gleichaltrigen Kindern befreundet sind, mit denen wir uns gegenseitig unterstützen können. Aber mal abgesehen davon, dass die Kinder von solchen Aktionen meist auch müde und überreizt nach Hause kommen, beruht so ein nachbarschaftliches System natürlich auch immer auf Gegenseitigkeit. Sprich, für einen Nachmittag Entlastung hat man dann eben auch öfter mal die anderen Kinder. Und so richtig selbstständig harmonisch spielen die „Großen“ mit ihren gerade 3 Jahren natürlich nicht miteinander, und ein zusätzliches Baby dazuhaben macht das Ganze natürlich auch nicht gerade entspannter….

4. Betreuung in der Kita

Über unsere Kinderbetreuungssituation hatte ich ja kürzlich inmeinem Herbst-Zweifel-Artikel geschrieben, deshalb hier noch so viel: Für den Kleinen haben (und wollen) wir noch keinen Krippenplatz, und der Kindergarten der Großen… Tja, der bringt immerhin 3 Stunden am Tag externe Betreuung. Allerdings habe ich dadurch den Stress, sie (natürlich mit Baby im Schlepptau), sie morgens pünktlich hin- und mittags pünktlich abzuholen - mal abgesehen davon, dass sie dann mittags danach wirklich alles andere als ausgeglichen ist..

5. Betreuung durch Babysitter

Mit Babysittern hatten wir bisher immer, ähnlich wie bei den Großeltern / Verwandten das Problem, dass sich die Kinder immer erst wieder an sie gewöhnen müssen, und danach dann die doppelte Aufmerksamkeit von uns einfordern – mal abgesehen davon, dass wir uns das nicht schlicht und einfach nicht so häufig leisten können…

Fazit

Mama-Auszeit: Warum das mit der Entlastung bei uns nicht so einfach istKlar, theoretisch haben wir einige Möglichkeiten, uns zwischendurch kleine Auszeiten vom stressigen Eltern-Dasein zu verschaffen – und bevor die Akkus komplett alle sind, versuchen wir natürlich auch, diese in Anspruch zu nehmen. Aber das ist eben leider meistens auch immer mit einigem an Orga und Stress vorher und / oder hinterher verbunden, und am entspanntesten ist es eigentlich, wenn wir uns aufteilen, also immer ein Elternteil alleine mit einem Kind ist. So richtig freudig und guten Gewissens kann ich die „Mama-Auszeit“ also nicht auf meinen Weihnachtswunschzettel schreiben…


Wie ist das bei euch? Braucht ihr hin und wieder mal Zeit ohne Kinder, und wie, bzw. wie oft verschafft ihr euch diese? Ich bin gespannt auf eure Kommentare 😊!




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Kommentare:

  1. Ich finde das auch ein schwieriges Thema. Wir haben keine Verwandten direkt ums Eck. Und Freunde und Nachbarn haben selber Kinder auf die sie aufpassen. Ich schaffe mir meine Auszeit beim Sport. Aber die habe ich dann für mich alleine und ich hätte lieber gern mal mehr Zeit für mich und meinen Partner.
    Aber irgendwie klappt es ja immer.....da ist doch schon ein alleiniger Toilettenbesuch manchmal eine Auszeit, oder? :-)

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    1. Hihi, Toilettengang ist bei uns leider gerade auch nur mit Kindern... Aber Duschen ist bei uns Eltern immer eine heiß umkämpfte Mini-Auszeit ;-)

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  2. Hallo!
    Oh ja, die Situation kenne ich nur zu gut. Ist bei uns verdammt ähnlich. Tipps und Ideen habe ich allerdings auch keine ;)
    Liebe Grüße,
    Lisa

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  3. Ja, das kommt mir alles sehr bekannt vor ... Eine Lösung habe ich leider auch nicht. Bis vor kurzem war unsere Kleine min. einmal im Monat bei den Großeltern übernachtet und fand es toll und kam auch entspannt zurück, aber seit sie wieder richtig im Familienbett bei uns schläft, mag sie nicht mehr gern auswärts übernachten >< Auszeiten ade ...

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    1. Liebe Nätty,
      oh ja, das kenne ich, und ist ja auch besonders fies, wenn es quasi einen "Rückschritt" gibt, also einmal gewonnene "Freizeit" wieder verschwindet... Drücke euch die Daumen, dass es mit dem Auswärtsübernachten bald wieder klappt!
      Liebe Grüße,
      Anne

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